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Geliebt wirst du einzig da, wo du dich schwach zeigen darfst, ohne Stärke zu provozieren.
Theodor W. Adorno



5  Angebote für chronisch Kranke im Überblick


1  Erfahrungen teilen:
Weiße Elefanten
Aufbau Selbsthilfegruppe für chronisch Kranke

offene Gruppe, Anmeldung per mail oder sms
Mo: 10-12 Uhr
Unkostenbeitrag: 10.- € / Gruppenrabatt erfragen

2  entschleunigen:
Regelmäßige Atem- Meditation
offene Gruppe, ohne Anmeldung
Mi: 19-21 Uhr
Sa: 07-09 Uhr
Unkostenbeitrag: 10. - €

3  ein offenes Ohr bei Leidensdruck:
ihr Gesprächsraum
Terminvergabe per e-mail, sms
Stunde: 45.- €/ langfristig & mehrmalig: 20.- €

4  an sich arbeiten:
Verhaltenstherapie
Terminvergabe inder psychologischen Sprechstunde
oder in der offenen Meditationsgruppe
Stunde: akut 45.- € / langfristig & mehrmalig: 20.-€


5  Diagnostik & Klärung:
psychologische Sprechstunde
Mo: 13-15  Uhr
Di :  13- 15 Uhr
Mi:  17 -18.30 Uhr
Preis: 20.- €



Liebe Betroffene!
Sie erleben  sich vielleicht isoliert, aber sie sind viele !!!
Von den Besuchern in der Praxis, die zur Meditation kommen, haben so einige chronische Zipperlein.
Mehr als 20% der deutschen Bevölkerung sind inzwischen von Diagnosen chronischer Krankheiten wie Diabetes, Asthma, Rheumatischen Gelenkschmerzen oder Arthrose betroffen. Mehr als die Hälfte der 65-Jährigen sind laut Diagnose chronisch krank. Drei Viertel aller Todesursachen gehen auf chronische Krankheiten zurück. Zum Vergleich: Im 19.Jahrhundert starben 80% der Leute noch an Infektionskrankheiten. Es hilft ihnen kein bisschen weiter, als Ursachen (1.) den demografischen Wandel und (2.) den Lebensstil der westlichen Gesellschaften aufgetischt zu bekommen, denn anhand ihrer Symptome fühlen sie sich sowieso schon vom Leben bestraft. Und wenn ihnen jemand mit Nietzsche kommt: "Normale Gesundheit gibt es nicht“, klingt es gar nicht nicht hilfreich, sondern in ihren Ohren eher wie Hohn.
Im Prozess der Auseinandersetzung mit ihrer chronischen Krankheit durchlaufen viele Betroffene genau wie sie auch, Phasen der Erfahrung von Ohnmacht, Phasen in denen alte Gewissheiten bröckeln, oder sie durchleben tagtäglich neu ungezählte Momente von Kontrollverlust und Abhängigkeit. Trotzdem sie sich schon mit einem schlichten Kornfeld begnügen würden, wo sie zu andern Zeiten doch ein sattes Sonnenblumenfeld erträumten, erleben sie sich aktuell oft in einem Spannungsfeld, verärgert oder entmutigt, ihren Symptomen ausgeliefert. Während sie als erste Maßnahme im Netz recherchieren, lesen sie  vielleicht etwas von Aaron Antonovskis Salutogenese, einer neuen Ansicht von Krankheit, die der israelische Medizinsoziologe im Gegensatz zur pathologisierenden Sichtweise der klassischen Schulmedizin entwickelt hat: “Jeder Kranke hat auch gesunde Anteile“.Das Motto der Salutogenese lässt vielleicht ganz zaghaft etwas in ihnen klingen, genauso, wie es ihnen aber auch zusetzt und unterschwellig Druck aufbaut:
Denn der Schock, der mit der Diagnosestellung kam, sitzt tief. “ Das haben sie jetzt , und das und das unternehmen wir dann und dann…“Bei so viel Aktionismus bemerkten sie erst lange im Nachgang, dass sie mehr Sensibilität gebraucht hätten. Mehr Zeit, um sich zu sortieren. Ein offenes Ohr für die wechselnden Gefühle, die seither über sie hinwegrollen. Angefangen von Ärger, Wut, Entmutigung Selbstmitleid, Anklagen bis zum schlechten Gewissen, weil doch alles für sie getan wird. Von außen, ja. Ganz sicher. Aber…
Sie spüren dieses „Aber…“ und schon die Ahnung, dass tief greifende Veränderungen von innen nötig sind, überfordert sie. Wieviele denn? Und wie? Wann? Wem sich anvertrauen? Wer versteht sie? Sie wissen natürlich, dass ihr Zetern, Hadern und Klagen sie nicht wirklich weiter bringt, obwohl sie es noch brauchen und gar keinen anderen Ausdruck für ihren Zustand finden. Sie ängstigen sich, denken vielleicht, dass sie soviel alltäglichen Mut nicht aufbringen könnten, den sie für kleinste positive Veränderung bräuchten. Sie ahnen, dass ein jahrelanger Prozess in Gang kommen könnte, der ihnen so einiges abverlangen würde. Und dann noch die immer wiederkehrenden Schmerzen.
Zuerst einmal könnten sie Abschied nehmen.
Abschied nehmen von einem bestimmten Selbstverständnis.
Abschied nehmen von einem bestimmten Lebensstil, zumindest von Teilbereichen, die der Symptomatik zuarbeiten.
Abschied nehmen von Verleugnung, vom Nichtwahrhabenwollen, dass jetzt alles anders ist.

Fragen nach Schicksal und Schuld stellen sich in dieser Phase und lassen sie nicht zur Ruhe kommen. Gleich früh vor`m Aufstehen rattert es: “ Warum gerade ich, wo es der miesepetrige Nachbar, der oft so lauthals  seine Frau bemeckert, doch eigentlich viel mehr verdient hätte!?“

Oder sie erfahren die Krankheit als Strafe, weil sie nicht gemacht haben, was die Ärzte sagten. Sie stellen fest, dass nicht mal ihre Symptome so sehr weh tun, wie die Leute, die das Prinzip Verantwortung dazu benutzen, um sie zu beschuldigen, abzukanzeln. Nichts ist schlimmer, als von andern für das eigene Unglück schuldig gesprochen zu werden. Schuld daran, dass der Organismusnun mal  so reagiert, wie er reagiert. Und wenn sie nun dazu übergehen, sich präventiv, also in vorauseilendem Selbstschutz auch noch schuldig zu sprechen und anzuklagen, treibt sie das langfristig weiter hinein in Schwächung und nachfolgend in die Depression.
Mit dieser Entwicklung stehen sie nicht allein da!!! Die Klienten in der Praxis erzählen  häufig, dass gerade die beiläufigen, meist “wohlgemeinten“, öfter unüberlegten Reaktionen auf die Diagnosestellung, ausgesprochen in Familie, Freundes- und Kollegenkreis erneut und zusätzlich zur Symptomatik schwächen und verletzen.
Die Wissenschaft gibt auf die Warum-Frage selten eine so eindeutige Antwort zur Ursache, wie etwa bei Lungenkrebs. Oft wird ein „multifaktorielles Geschehen“ bemüht, ein Aussage, die sie genauso wenig zufrieden stellt, wie das überstrapazierte, einseitige und überholte Schuldkonzept.
Was empfinden sie bei dem zeitgemäßen Begriff „ Mitverantwortung“?
Der Schweizer Therapeut Samuel Widmers hat dazu schon in den achtziger Jahren des alten Jahrtausends formuliert: Unser Symptome sind nicht unsere Probleme, nehmen wir sie an, werden sie zur Lösung unserer Probleme.
lagen, hadern und zetern sie eine Weile, bemitleiden sie sich, weisen sie von sich, beschuldigen sie, baden sie in einem See von Selbstmitleid, kämpfen sie. Es wird alles nichts nützen, vielleicht kurzfristig etwas erleichtern. Ohne, dass es ihnen besser geht. Wenn sie bemerken, dass sie feststecken, sich endlos wiederholen, und hart und bitter werden, sind sie vielleicht bereit für den nächsten Schritt in ihrem Prozess: dann schauen sie das, was momentan ist,bejahend  an. Das Leid, der Schmerz , alles , was sich zeigt, darf jetzt sein. Sie stellen sich dem.
Sprechen sie diesen Satz für sich aus: “ Ich nehme mein Leid an.es ngehört zu mir.“ Sprechen sie diesen Satz nicht nur, fühlen Sie ihn.
Sie wollen lieber loslassen? Es ist wie beim Ball-Spielen: bevor ich den Ball abgeben kann, muss ich ihn erst mal angenommen haben. Wenn sie nicht mehr zwischen (Mit-) Schuld und Verleugnung hin-und hergerissen werden, sondern anschauen,  spüren und aushalten können, was ist, öffnet sich der Raum in ihnen für eine erweiterte Sichtweise.
Sie bemerken es daran, dass sie ganz neue, weiterführende Gedanken durchspielen können,

ohne sich ablenken zu müssen, ohne in Angst oder Abwehr zu geraten oder die Schmerzen als Schild vor sich her zu tragen, auf das sie sich stützen, um stehen zu bleiben. Ganz allmählich steigen Sätze in ihnen auf, wie der: Meine Krankheit lädt mich ja auch ein zu Veränderung, spricht direkt mit mir: Jetzt mach´s doch auch!!!! Was meldet sich da als konsequente Erinnerung meines Körpersystems, was angepasst werden möchte? Während sie vorher aus dem inflationär gebrauchten Slogan „Krankheit als Chance“ nur puren, ihre Schmerzen ignorierenden Zynismus herauslesen konnten, lassen sie nun an sich heran, was speziell für sie damit gemeint sein könnte.Was sagt  der Körper jetzt direkt, was vorher der Verstand nicht wahr haben wollte?

Haben sie sich mit dieser neuen Einstellung zu ihrer chronischen Krankheit für ein DMP der Krankenkasse entschieden, sind sie ein ganzes Stück weiter. Sind sie als DMP-Patient grundsätzlich engagiert und an Verhaltensänderung interessiert, aber durch die aktuellen Vereinbarung und die anvisierten Grenzwertänderungen leicht entmutigt, biete ich ihnen mein Hilfe als Therapeutin an. 
Nehmen sie es als chronisch Kranker und/oder DMP-Patient eher locker, möchten sich aber trotzdem mit „Betroffenen“ ähnlicher Diagnosen austauschen, und ein offenes Ohr von Gleichgesinnten würde ihnen gut tun, dann habe ich folgendes Angebot für sie: Einmal wöchentlich treffen sich verschiedenste Leute die mit Diagnose „chronisch…“ zum Aufbau einer Selbsthilfegruppe für chronisch Kranke hier in der Praxis. Die Weißen Elefanten.
Bei Gewürztee und Kerzenschein kommen wir im Kreis zusammen, stellen uns und unsere Diagnose samt aktueller Befindlichkeit vor. Erster Programmpunkt ist die Klagemauer: Mit Redestein und fester Redezeit kann jede/r eine aktuelle, erhellende oder unangenehme Erfahrung der letzten Zeit los werden,

die mit der Bewältigung der Krankheit zu tun hat. Während die Gruppe sich in respektvollem, wertschätzenden Zuhören übt. Sie werden bemerken, wie schwer das wird, denn bei andern haben sie erstmal jede Menge ähnlicher Situationen und viele Tipps auf Lager. Sofort fallen ihnen bei andern auch Widersprüche oder begrenzende Gedankenmuster auf. Bis hinter unserem Mitleid und vermeintlichem Besserwissen echte Empathie entsteht, dauert es eine Zeit. Andere Meinungen sind immer dann erlaubt, wenn die/der andere darum bittet.  Mut für das Bitten um feedback  stellt sich in einer achtsamen Gruppe von selbst ein. Ist selbst schon Zeichen einer Wandlung. Hier ist erstmal Raum zum Aussprechen. Vertrauen sie dem heilenden Prozess, der durch ihren Mut in Gang kommt und lassen sie sich durch die nächsten Programmpunkte „Komplimentendusche“ und “Gruppe freut sich mit“ neugierig machen. 


Desease Management Programme nach amerikanischem Vorbild bieten die Krankenkassen seit einigen Jahren (2002) speziell für chronisch Kranke an. Die Teilnahme daran sichert den Patienten die regelmäßige Kontrolle Ihrer krankheitsspezifischen Werte (z.B.Blutzucker), die Einnahme festgelegter Medikamente sowie Schulungen (z.B. Diätik für Diabetes Typ 2, Ursachen für Rückenschmerzen). Den wichtigsten Baustein des Programms stellen die konkreten Vereinbarungen mit den Patienten dar. Es wird z.B. genau festgelegt, wie und in welchem Zeitraum ein bedenklicher Wert modifiziert werden kann. Klingt hart und verlangt präzise Mitarbeit vom Patienten. Hat dadurch anfangs sehr große Aussichten auf Erfolg. Werden die Werte nicht erreicht, folgen Überweisungen zum Spezialisten.
Trotz oder wegen des konsequenten Ansatzes für chronisch Kranke, bringt diese „Vorstrukturiertheit“ den DMP einige herbe Kritik ein: Es werden nur medizinische Daten erhoben/erzeugt, klagen Insider. DMP leiden darunter, dass es einseitig nur um die Entwicklung der Krankheit gehe. Patienten bleiben außen vor. Bei einem durchschnittlichen Facharzt-Gespräch von 7 min bleiben die wirklichen Bedürfnisse der Patienten auf der Strecke. Wie es den Menschen jenseits medizinischer Werte geht, wird nur gestreift. Patienten klagen immer wieder über unsensible Momente innerhalb medizinischer Abläufe, über unsensible Ärzte und gestresstes Personal. Erstere seien oft zwar für die Behandlung eines riesigen Spektrums von akuten  Krankheiten ausgebildet, aber nur ungenügend darauf vorbereitet, chronisch Kranke über einige Jahre zu begleiten und psychisch zu stabilisieren, zu motivieren, ihnen Mut zu machen und sie aufzubauen. Nicht die Frage“ Wie ist ihr Blutzucker denn heute?“; gibt den Patienten das Gefühl, wahrgenommen zu werden, sondern empathisches Interesse:“ Wie kriegen sie das hin? Wie zufrieden sind sie trotz Ihrer Einschränkungen? Wie machen sie das? Wie schaffen sie es, dass das Leben in gewohnten Bahnen weiter läuft?“ Die chronisch Kranken brauchen tatsächlich jede Menge Lob; das ist auch meine Erfahrung. Davon kann es gar nicht zu viel geben: Lob nicht nur für einen guten Befund, sondern für das, was sie als Patienten darüber hinaus leisten!!! Für ihre Lebensleistung mit der Krankheit, gerade im Angesicht schleichender Verschlechterung oder hartnäckiger Stagnation!!! Die Patienten verbringen viel Zeit mit der Disziplinierung zu regelmäßiger Medikamenten-Einnahme, regelmäßigen Arztbesuchen, Spezialbehandlungen und ausgedehnten Kontrollen. Trotz des großen Aufwandes, sind es oft nur minimale Verbesserungen, die schnell übergangen werden. Phasenweise stagnieren die Werte trotz regelmäßiger Medikamenten-Einnahme, angepasster Ernährung, ausreichender Bewegung/ Mobilisation. Das frustriert Ärzte, die bei „normalen“ Akut-Patienten schneller eine Besserung sehen und chronisch Kranke gleichermaßen. Letztere leiden im Laufe der Jahre an einem Mangel an Erfolgserlebnissen. Schleichend baut sich wieder Druck auf, den sie nun erst recht nicht gebrauchen können. Die Therapietreue nimmt ab.
Für die Krankenkassen ergeben sich daraus wichtige Konsequenzen:
(1.) Sie investieren noch intensiver in Prävention und Aufklärung. Davon haben sie als chronisch Kranke/r nur noch bedingt etwas, etwa in den Schulungen der DMP.
(2.) Sie verbinden absichernde schulmedizinische Apparate-Medizin mit alternativen Entspannungs-Kommunikations- und Heilmethoden zu ganzheitlichen Ansätzen: Nicht nur für chronisch Kranke sind es die BMM, die Body & Mind-Methoden, die zur Anwendung kommen: Entspannungsverfahren (wie Yoga, Autogenes Training Qi-Gong, Kognitive Verfahren ( wie Meditation zur Schmerz- Verarbeitung und Gedankenkontrolle) sowie Gruppen-Therapie ( z.B. in Selbsthilfe-Gruppen).

Wissenschaftliche Studien belegen durchgehend positive Folgen der Anwendung von Body & Mind-Methoden. Hier das Ergebnis von Entspannung und kognitiven Verfahren peziell bei Krebspatienten-Patienten: Es ist evident, dass 20 % aller Krebspatienten durch Art und Weise der Diagnosestellung traumatisiert werden, und die Ankündigung der Chemo-Therapie starke Ängste und Verunsicherungen auslösen kann, so dass in diesen Fällen von einer existentiellen/psychischen Krise gesprochen werden muss. Eine Krebs- Patientin beschreibt es so: “ Die Langzeit- Diagnose Krebs entspricht einem inneren Erdbeben der Stärke 8, nur dass sich alles auf einem Quadratmeter Mensch abspielt“.

Body & Mind Methoden wie die Meditation bringen folgende Ergebnisse:

A: Umgang mit Stress verbessert sich, Abschalten gelingt
B: Diagnose wird besser verkraftet
C: Schmerz-Attacken werden erträglicher
D: Patienten werden angstfreier
E: schulmedizinische Maßnahmen werden besser verkraftet
F: Nebenwirkungen reduzieren sich
G: Schlafstörungen nehmen ab

Ganz allgemein werden durch BMM seelische Belastungen besser verkraftet, die psychische Widerstandsfähigkeit (Resilienz) wächst, das Leben kann mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen besser gemeistert werden. Neue Räume öffnen sich, um mit den Beschränkungen anders umzugehen.
Für alle chronisch Kranken, die sich auf den langen Weg der Annahme und des Loslassens gemacht haben, biete ich parallel zur Selbsthilfegruppe regelmäßig Atem-Meditation. Wir gehen gemeinsam in die Stille und üben uns in Gedankenfreiheit. Buchtipp: “ Aufräumen im Kopf“
Nach der Meditation kommen wir im Kreis zusammen und bearbeiten unsere bisher unbewussten Glaubenssätze, die uns  auch an die Krankheit binden. Dabei darf gelacht und geweint werden. Besprechen sie mit ihrer Hausärztin/ ihrem Hausarzt, ob kognitive Umstrukturierung etwas für sie ist. Von allen Entspannungsmethoden ist Meditation zwar die älteste, vielleicht etwas verstaubt und unspektakulär daherkommende, dafür aber die am leichtesten in den Alltag zu übernehmende und noch dazu eine sehr wirkungsvolle Methode. Fortschritt und Erfolge bringt die Regelmäßigkeit des Übens. Sie sehen erst einmal den Zeitaufwand sowie endlose Kosten auf sich zukommen!?
Mein Spar-Tipp: Nach ausreichenden Besuchen hier in der offenen Gruppe, wenn die Technik verinnerlicht ist, haben sie hier auch ähnlich gesinnte Leute kennen gelernt und beschnuppert (gern im Anschluss an die Gruppe im Cafe Mockafee, gleich um die Ecke). Bilden sie langfristig Sitzgemeinschaften und praktizieren Meditation bei sich zu Hause. Sie werden staunen, wie sehr ein wenig mehr sozialer Zusammenhalt und ja, auch soziale Kontrolle ihnen Auftrieb geben und ihnen über motivationsschwache Zeiten hinweghelfen…
Das Meditieren in der  Gruppe  kann  soziale Einsamkeit  lindern und kleine Glanzlichter in den Alltag zaubern.
In der Meditationsgruppe üben wir die Technik und genießen gemeinsam Stille und Stimmungs-aufhellung sowie Phasen der Symptomfreiheit.
In der Gruppe gebe ich ungern persönliche Ratschläge. Ratschläge sind Schläge, besonders für chronisch Kranke mit hohem Anspruch an sich selbst. Sie wollen ihre Symptomatik in den Griff bekommen und machen sich eh schon genug Druck. Unser Motto heißt  "  als ein  Aspekt der Selbstliebe: Druck rausnehmen"

Dazu gehört Gewaltfreiheit. Gerade verbal. Auch das üben wir. Wer kommt schon gern in eine Gruppe, die unaufhörlich und zu recht an höchst Wichtiges aber leider Unterlassenes erinnert, da können sie ja gleich zu Hause bleiben, dort sind die Ratschläge preiswerter. Sie wollen sich selbst aufrappeln und aufgefangen werden.
Hier erwarten sie also keine Ratschläge, von denen haben sie eh die Nase voll. Wir zapfen hier in der Stille ihre innere Kraft an, damit sie das selbstbestimmt umsetzen, was für sie dran ist. Als chronisch Kranker sind sie kein Therapie-Fall!!! Probieren sie erst mal, was ihnen Selbsthilfe-Gruppe oder Meditations-Gruppe zu geben haben. In jedem Fall stehe ich im Hintergrund  für sie und ihre Themen bereit. Da ich als Heilprakterin für Psychotherapie den psychopathologischen Befund, also die genaue Symptomatik psychischer Auffälligkeiten wie jede diplomierte Psychologin intus habe, und sie in der Gruppe langsam kennen lerne, fallen mir auch psychische Veränderungen schnell auf. Ist Vertrauen aufgebaut, ergibt sich alles Weiterführende von selbst. Erst wenn die Möglichkeiten zur Selbsthilfe ausgeschöpft sind, können sie in hausärztlicher Absprache an verhaltenstherapeutische Unterstützung denken. Etwa, wenn sie ein konkretes Ziel zu einem bestimmten Zeitpunkt umsetzen und dafür an ihrer Struktur feilen wollen. Die konsequente, disziplinierte Arbeit an sich selbst ist Inhalt der

Verhaltenstherapie
und zwar so richtig .Wir skalieren kleinste Erfolge sowie Misserfolge genauestens. Das spart Zeit, vieles Reden und also auch ihr Geld. Meine Vorliebe für die kognitive Therapie nach Aaron.T Beck haben sie in der Selbsthilfegruppe schon erlebt, hier vertiefen wir die Arbeit zur Bewusstmachung dysfunktionaler Verhaltensweisen. Beim operanten Konditionieren erwünschter Verhaltensweisen können wir uns so richtig austoben: Wir arbeiten mit Vertrag und Belohnungssystem. Sie wollen  ja schließlich Erfolge sehen und haben sich ein Zeitlimit gesetzt. Hier kommen sie also um konkrete Kontrolle der aufrecht haltenden Faktoren bestimmter Werte (Schlaf, Bewegung; Mobilisation, Ernährung; Stressoren in all Ihren Lebensbereichen) nicht herum, und die Erledigung der gemeinsam und samt Zeitplan erarbeiteten Hausaufgaben (wie tägliche Bewegung, mal mit entzündungshemmendem Öl kochen, konkrete Übungen) wird genau abgerechnet. So ehrlich wie einstmals in der Brigade, im verdienten Kollektiv des Volkes: Woran haperts denn, Kollege? Aber im Gegensatz zum ollen Brigadier von damals habe ich nie vor, aus ihnen eine/n Funktionetti zu machen, sondern ich laufe in ihren Schuhen mit ihnen.
Wir vergessen ab und an mal ihre Diagnose, aber ich behalte sie als individuelle Persönlichkeit mit Ecken und Kanten stets achtsam im Auge. Sehen sie in mir schlicht  eine  Begleitung für eine schwierige Lebensphase, und lassen sie uns gemeinsam daran arbeiten; all ihre verstaubten Ecken gut durchzulüften, die Kanten abzurunden, Freiflächen anzulegen. Dazu dürfen sie erwarten, dass ich ihre Grenzen genauso respektiere, wie ich ihnen nicht vorenthalten werde, was zu tun wäre, wenn irgendwo ihr Schatzkästlein aufblinken sollte.

Sind sie nun neugierig geworden, ob  bei ihnen noch Ressourcen darauf warten, entdeckt zu werden? Zuallererst einmal kommen sie ihren sehr speziellen vom Bewusstsein abgespaltenen Vermeidungsstrategien auf die Schliche.

Viele Grüße an den inneren Schweinehund!
Von der afrikanischen Westküste, aus der Mega-City Lagos stammt ein  Sprichwort, das gut zur Verhaltenstherapiefür chronisch Kranke passt. Mehrmals täglich stundenlang und nicht nur zur rush-hour müssen die Menschen dort damit leben, dass alles zum Stillstand kommt: Strom, Wasser, Verkehr. Die Regierung bietet keine Hilfe. Hier zählt nur noch eigenverantwortliches Handeln:

Bleibe stehen und du verbrennst, beweg dich und du hörst die Engel singen.



Literaturempfehlung:
Dr.med. Ulrich Struntz: Das Wunder der Heilung

 



Zu guter Letzt gibt es noch einige Fakten für alle die Leser/innen, die sich im Text überhaupt nicht wieder finden. Die nach der Lektüre jetzt noch klarer fühlen, dass ihre Diagnose nicht viel  mit ihnen zu tun hat. Sie empfinden die Diagnosestellung wie eine unrichtige Zuschreibung. Und falsche Zuschreibungen kränken, sagt ihnen jeder Kommunikationstrainer. Die Diagnose ist die Krankheit: diesem Satz begegnet jede/r Heilpraktiker/in in der Ausbildung .
Obwohl das große Umdenken in Richtung Prävention, Ganzheitlichkeit, integrativen Ansätzen so richtig losgetreten ist und von immer mehr Medizinern geteilt wird, schlagen wir uns ja noch allerorten mit den Folgen der rein schulmedizinischen Herangehensweise herum, die durch unser Phlegma und das Delegieren unserer Eigenverantwortung jahrelang begünstigt wurde und wird. Ich meine als ein Beispiel das jahrzehntelange Engsetzen der Grenzwerte durch die WHO. Ein Heer von Patienten ist so geschaffen worden. Kranke, die es gar nicht geben müsste. Abermillionen chronische Tabletteneinnehmer, die Pillen einnehmen, die sie nicht wirklich brauchen. Medikalisierung der Patienten nur zur Freude der Pharmas? Der Satz hat es in sich, ist aber viel zu kurz gegriffen. Seien sie mal gaaanz ehrlich: Wie oft haben sie nicht lieber  Pillen eingepfiffen (ja, ein Suchtfaktor ist dabei), um ihre Werte stabil zu halten, statt sich um die unbequemen drei zu kümmern, als da wären:
Ernährung
Bewegung
Entspannung
Durch ihre Einstellung hatten die Ärzte mit Ersatzdrogen leichtes Spiel:“ Wir haben da was, das müssen sie nur schön regelmäßig nehmen“. Der harte Vorwurf an beide Seiten stellt ein prima Beispiel für unsere Mitverantwortung in der neuen Zeit dar. Es gibt keine einseitige Schuld, nur Mitverantwortung. Gib andern die Schuld, und du gibst ihnen die Macht. Ein Zeichen für die Qualität der neuen Zeit ist es, Mitverantwortung anzunehmen die Eigenverantwortlichkeit nicht mehr länger an Autoritäten zu delegieren und abzuschieben. Macht nicht länger abgeben. Schon gar nicht in Bereichen, wo sie selbst die Spezialisten sein könnten. Wer sollte denn ihren Körper besser kennen als sie selbst ihn spüren. Dieses Gespür wächst, wenn sie sich so liebevoll um sich kümmern lernen, wie sie sich auch um ein argloses Baby kümmern würden. Klar, werden sie manchmal kompetente Spezialisten brauchen und dürfen dafür dankbar sein.
Übrigens, kennen sie den: Ein Spezialist ist einer, der von immer weniger immer mehr weiß; solange, bis er von  gar nichts alles weiß.
Und eine wahre Autorität ist eine, die ihre Macht nicht missbraucht, sondern in ihre Dienste stellt.

Diese Sätze helfen bei zuviel Ehrfurcht und Autoritätsglauben. Versuchen sie für grundsätzliche Zuschreibungen selbst ein Gefühl zu entwickeln; ein Gefühl für Stimmigkeit. Sie ahnen schon, wo sie das entwickeln: in der Meditation! Sie werden nichts mehr annehmen, wenn es ihnen nicht stimmig erscheint. Bleiben sie also bei Ihrer Wahrnehmung betreffs der Annahme der Diagnose. Gehen sie nicht in den Kampf, aber bleiben sie bei sich. Gelebte Wachheit ist friedlich ausgedrückte, also schon transformierte Aggression. Und Wachheit ist ein guter Anfang. Lassen sie andern deren Fachwissen, und vertrauen sie Ihrer Gewissheit. Meditieren sie regelmäßig. Meditation ist ein kraftvolles Mittel, um eindeutig zu spüren, welches ihre ureigensten Bedürfnisse sind oder welcher nächste Schritt gegangen sein will.