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Die Depression ist für die andern schlimmer, als für die Kranken selber. 

Andrea Breth, deutsche Regisseurin,
lebte lange mit schwerer Depression

5   Angebote bei Depression im Überblick:

1  Winterschläfer:
Aufbau Selbsthilfegruppe für Menschen mit Depression
offene Gruppe, Anmeldung per e-mail oder sms
Di: 10-12 Uhr
Unkostenbeitrag: 10.- € / Gruppenrabatt erfragen
 
2  entschleunigen:
regelmäßige Atem-Meditation
offene Gruppe, ohne Anmeldung

Mi: 19-21 Uhr
Sa: 07-09 Uhr
Unkostenbeitrag: 10,- €

3  ein offenes Ohr bei Leidensdruck:
ihr Gesprächsraum

Terminvergabe per e-mail oder sms 
Stunde: akut 45,- € / langfristig & mehrmalig: 20,- €

4  zielorientiert an sich arbeiten: 
Verhaltenstherapie 
Termine ausschließlich nach persönlichem Vorgespräch in der psychologischen Sprechstunde oder nach Schnuppern in der offenen Meditationsgruppe

Stunde: akut 45,- € / langfristig & mehrmalig: 20,- € 

5  Diagnostik & Klärung:
psychologische Sprechstunde 
Anmeldung per e-mail oder sms
Mo: 13-15 Uhr
Di  : 13-15 Uhr 
Mi : 17 -18.30 Uhr

Preis: 20,- €



Die Angebote richten sich an alle von Depression Betroffene, die sich in ihren immer wiederkehrenden, diagnostizierten  leichten aber zähen Depressionen eingerichtet und ein Stück weit die Hoffnung auf Besserung aufgegeben haben. An alle, die sich mal mit, mal ohne Therapie, mal mehr mal weniger glücklich durchwursteln.
Angesprochen sind auch all jene depressive Menschen, die gut medikamentös eingestellt sind,  die aber  langfristig und in Absprache mit Hausarzt/ Hausärztin nach einer nebenwirkungsfreien Alternative suchen.
All jene sind angesprochen, die in hausärztlicher Absprache ihre Antidepressiva langsam aus-schleichen, sowie für die Zeit danach eine gute Ablösung finden wollen. Eine Ablösung, die  - wie vorher die Medikamentierung- langfristig hält, nährt und mindestens genauso gut entspannt. Wenn nicht besser.
Und schließlich richte ich mich natürlich an alle Interessierten, die tiefer in das Thema Depression einsteigen wollen. Vielleicht, weil sie im Familien-,Bekannten- oder Kollegenkreis von Depression Betroffene kennen, mit denen sich der Umgang kompliziert gestaltet.

Vorausschicken möchte ich, dass Meditation wissenschaftlich erwiesen anderen klinischen Standard-Entspannungsmethoden gleichwertig ist , und die erzielte Stressminderung signifikant, also nachweisbar. Nachlesen können sie das unter anderem  im „Handbuch für Entspannungsverfahren“ von Vaitl/Petermann oder in Ulrich Otts Klassiker „Meditation für Skeptiker“.
Speziell beim Thema Depression ist die Atem-Meditation meiner Meinung nach den anderen Entspannungsverfahren in einem wesentlichen Punkt etwas voraus:
Die  Technik ist unspektakulär einfach, so einfach, das sie gern übergangen wird und nur wenige sie akut abrufen können.

Lange Denkprozesse und Übungsabfolgen wie etwa beim autogenen Training / progressiver Muskelentspannung oder kontinuierliche Anleitung wie beim Yoga, die eine/n Lehrer/in nötig machen, sind langfristig bei der Meditation nicht nötig. Nach einer  intensiven Lernphase kann man die einfache Technik punktgenau in allen nötigen Situationen einsetzen, etwa beim Warten auf die Bahn, in kleinen Pausen, direkt vor und nach Herausforderungen und aufgemerkt, speziell beim für mittelgradige Depressionen typischen Morgentief und morgendlichen Früherwachen.

In akuten Phasen ist es  an Depression Erkrankten fast unmöglich, sich zusätzlich zur gefühlten Alltags-Last noch zur Yogagruppe aufzuraffen. Der verminderte Antrieb lässt das  nicht zu. Spürbar ist dann auch nicht mehr der Impuls, etwas Angenehmes für sich tun zu wollen, sondern nur noch der
Druck, endlich etwas für sich tun zu müssen. Statt ins Handeln zu kommen, erliegen Depressive oft diesem gefühlten Druck. Aufgrund  anderer, wichtiger Depressionssymptome: der Gedankenarmut, der Gedankenverlangsamung und des Gedankenabbrechens sind sie ebenfalls nicht mehr in der Lage, sich selbständig längere, ritualisierte Übungsabfolgen, wie sie für autogenes Training oder progressive Muskelentspannung nötig sind, ins Gedächtnis zu rufen. Selbst das Suchen und Einlegen einer geführten Entspannungs-CD kann sich als zäh ausführbar erweisen, weil Antrieb und Konzentration im Keller sind. So genannte „Spannung-Absacker“ gerade im Freizeitbereich sind immer dann die Regel, wenn im Arbeitsbereich zu lange zu hochtourig gefahren wird. Wenn sie in dieser Lage noch einen Glaubenssatz hinterherschicken, wie: „ Noch nich ma das krieg ich mehr hin!!!“ (mit dem ausreichend Ärger ist das auch noch ein Selbstvorwurf) wird es sie langfristig schwächen, entwerten und Energie kosten. Sie befinden sich dann in einer energetischen Abwärtsspirale.
Wie leicht gestaltet sich im Gegensatz dazu die Meditation mit ihrem ständig wiederholten, ewig gleich bleibenden Fokuswechsel zum Atem. Bei sicherer und regelmäßiger Praxis ist der Ausstieg aus den konditionierten Spitzen der depressiven Symptomatik jederzeit abrufbar und nicht mehr an die reine meditative Sitz-Zeit gekoppelt.
Meine Empfehlung daher: Finden sie in guten, d.h. für Sie symptomarmen Zeiten ihre Meditationsgruppe, in der sie sich aufgehoben und verstanden fühlen. Bauen sie ihre meditative Praxis auf und aus, indem sie anfangs gemeinsam, später selbständig üben. Damit haben sie gut vorgesorgt für schlechte, sprich antriebsarme Zeiten. Wegen des reduzierten Antriebs erledigt sich in depressiven Zeiten der Bedarf an sozialem Kontakt in einer Gruppe Gleichgesinnter sowieso, dafür haben sie dann Ihr Werkzeug zur Selbsthilfe quasi in der Tasche. Und sie werden staunen, wie gut es tut, wenn sich während ihres nächsten Rückzuges jemand aus der Gruppe unverhofft bei ihnen meldet. Ganz ohne Erwartungshaltung, aber mit Empathie und Verständnis für sie und ihr Leiden. Die Leute hier wissen, wie es ist....
Im folgenden Abschnitt beschreibe ich die Modifizierung ausgewählter Depressions-Symptome mittels meditativer Praxis:
Andauernde Antriebsarmut, Unlust, Unmotiviertheit: Oft gibt es großes Staunen  bei Meditationsstartern, die nach anhaltenden phlegmatischen Unlustphasen erleben und eindeutig spüren, dass sie wieder richtig Lust auf etwas haben. Das Schöne daran ist: Der Impuls kommt von innen, ohne Zwang. Was Neustartern ebenfalls undenkbar erscheint: Der Impuls kommt spontan,  ohne, dass sich an der äußeren Problematik (Überforderung, Beziehungsstress, Probleme auf Arbeit, Krankheit) etwas geändert haben muss. Diesen vorwärts gewandten Impuls überhaupt zu spüren, statt ewigen Druck wahrzunehmen, ist oft der erste Schritt auf dem Weg ins Wiedergewinnen der Eigenmacht und Eigenwirksamkeit. Und jeder positive Impuls aus dem verschütteten Unbewussten kann sich subjektiv wie eine kleine Erleuchtung anfühlen, auch wenn es " nur" der Impuls ist,  die Oma zu besuchen,

tiefer zu atmen,  das lange verschobene Buch zu lesen, oder einen freundlichen Blick zu erwidern. An dieser Stelle zeigt sich auch der Unterschied meines medizinischen Meditationsangebotes zu reinem (reglementiertem) Zen: Während es dort auf dem Weg zur wahren Erleuchtung nötig wird alle, also auch positive Gedanken, Gefühle und Impulse los zulassen und sich nicht damit zu identifizieren, nutzen an Depression Erkrankte und Otto-Normal-Verbraucher das erweiterte Gewahrsein als Anker im Alltag: Was bei der Meditation anstrengungsfrei und grundlos zu empfinden möglich wird, ist im zähen, schwerfälligen Alltag erinner- und rückholbar. Im Alltag entstehen Inseln der Ruhe. Transfair von Entspannung wird möglich.
Hirnstoffwechsel und Meditation: Googeln Sie mal spaßenshalber zu Botenstoffen wie Dopamin und Serotonin. Es wird unübersichtlich. Dazu können Sie ebenfalls auch tonnenweise Literatur durchforsten. Oder sie machen es sich leicht: Ich zeige ihnen in der Praxis mit ganz simplen Igelbällchen, wie Gedankenströme Gefühle erzeugen, und diese wiederum Handlungsimpulse auslösen, also auch, wie ihre destruktiven Gedanken ihr Stimmungstief beeinflussen, und dieses wiederum zu destruktiven Handlungen und Vermeidung führt.

Zum Symptom der gefühlten Gefühllosigkeit: Wie manche(r), die/der Menschen mit Depression besser kennt, vielleicht schon ahnt, verbergen sich hinter der vordergründigen Gefühllosigkeit oft verhaltene (zurückgehaltene),vielleicht schon Generationen-übergreifend nicht angemessen gewürdigte oder ausgedrückte Gefühle von Verzweiflung, Leere, Entfremdung , Entwurzelung, Traurigkeit und Angst, speziell aber Spielarten der Aggression wie Wut, Hass, Feindseeligkeit, Ärger, Zorn, Groll. Diese Gefühle werden in der Meditation grundsätzlich anders bearbeitet, als in einer Gesprächs- oder Verhaltenstherapie Während frau/man sich in der Gesprächstherapie mit den Inhalten der Gedanken und Gefühle beschäftigt diesen nachgeht und Wesentliches herausarbeitet, werden dieselben in der Meditation als Formen von Verhaftungen und Konditionierungen gesehen, bewusst gemacht,  anerkannt, gewürdigt und entlassen. Sie werden in Liebe und Achtsamkeit losgelassen, um Raum zu schaffen für Gedankenleere und nach gelagerte, neue, noch nicht konditionierte Wahrnehmungen und Verknüpfungen. Für einen Menschen, der sich als gefühllos erlebt, ist es eine wunderbare Sache, nach einiger Zeit der meditativen Praxis tiefe Gefühle der Freude über und Dankbarkeit für das eigene Leben zu spüren. Ganz aus sich und der eigenen Perspektivänderung heraus, ganz ohne äußeren Grund, ohne äußeren Anlass, ohne äußere Projektionsfläche. Auch wenn es sich wie ein überzogenes Heilsversprechen liest: solche innigen und eindeutigen Gefühle und Gewissheiten gehören langfristig zu jeder regelmäßigen, meditativen Praxis. Mit der Betonung auf regelmäßig: Regelmäßiges Üben wird idealerweise in gesunden Phasen gestartet. Diese Selbstdisziplin in akuten Tiefs aufzubringen, ist bei schwachem Antrieb schwer bis gar nicht umzusetzen.  Prävention ist das Stichwort.
Die Belohnung folgt: Es gehört es zu den schönsten Gewissheiten im Leben einer/s an Depression Erkrankten, der bis dato gefühlten überwältigenden, unglücklichen Leere und Gefühllosigkeit nicht mehr so ausgeliefert zu sein, wenn in der meditativen Praxis eine Ahnung davon empfangen wird, was es heißt, spürbar Gutes aus sich heraus schöpfen zu können.

Zu den Symptomen Morgentief, Stimmungstief & morgendlichem Früherwachen:
Auch anhand dieser Depressionssymptome zeigt sich der große Vorteil der Meditation anderen Entspannungstechniken gegenüber. Es ist ja allgemein bekannt, dass ruhiges & tiefes  Atmen dem Kreislauf mehr Sauerstoff zuführt und in der Folge anhaltend Stimmungsaufheller und Botenstoffe wie Dopamin und Serotonin produziert, ausgeschüttet und aufgenommen werden können. (erneut: nicht je länger, sondern je regelmäßiger ausreichend lange gesessen wird). Es scheint noch  nicht im Bewusstsein der Helfer verankert zu sein, diesen Prozess bei einem der leidvollsten Depressionssymptome zielgenau einzusetzen, nämlich dem unangenehmen Morgentief, oft gekoppelt an Aufwachzeiten vor 4 Uhr morgens. Nicht nur an Depression Erkrankte kennen das: nach unruhiger Nacht wachen sie viel zu früh und wie „gerädert“ auf, während all ihre momentanen, vergangenen und zukünftigen Probleme schon lauernd auf sie warten und sie damit quälen, alles bis zum bitteren Ende durchzudenken. Sie bemerken vielleicht noch, dass nichts Konstruktives dabei rauskommt, weshalb sie weiterdenken...lassen. Endlos. Denn sie können auch nicht aufhören. Versuchen sie es mal!

Willkommen! Sie befinden sich in einer so genannten Grübelkette, einer konditionierten, dysfunktionalen, automatischen Gedankenbahn, wie Hirnforscher sie nennen. Oder in anderer Sprache: Sie präsentieren ein Symptom mentaler, zerebraler Über funktion. Etwas, dass frau/ man schwerer los wird, als der Osten die Autobahnschlaglöcher. Nun könnten sie dem ganzen entgehen, indem sie etwa um vier aufstehen, den Haushalt schmeißen, Krimis lesen oder sonst etwas Ablenkendes tun. Einige von ihnen tun das löblicherweise auch. Ihnen kann ich versichern, dass alles ok ist. An sehr schwerer Depression Erkrankten gelingt das selbst bestimmte Aufstehen nicht mehr, da der Antrieb im Keller ist und intrinsische Impulse entweder fehlen oder nicht wahrgenommen werden. Weil sie dazu oft meisterlich an den falschen Stellen verdrängen und sich schwer und ungern wehren, ergeben sie sich Ihrer Problematik und fühlen sich den anrollenden Gedankenketten völlig ausgeliefert. Sie, die andere niemals bewusst bestrafen würden, die Bestrafung aus tiefstem Herzen ablehnen, bestrafen sich selbst, indem Sie sich ihren eigenen ungesunden Automatismen ausliefern. Grübeln (statt effizient zu denken und es ansonsten zu lassen und das Leben zu genießen) kennt fast jeder. Bei an Depression Erkrankten sind es statt Grübelketten ganze Gedankenkaskaden, die sie überrollen und überrumpeln. Sie können sie nicht stoppen, bzw., wenn es ihnen gelingt, drängelt sich schon die nächste, genau so problematische, angstbesetzte Gedankensequenz ins eh schon zermarterte Hirn. Glauben Sie es mir: In nicht wenigen Familien wird das Dilemma schon Generationen lang weitergegeben, und nicht drüber gesprochen!!! Einfach weil ein Modell fehlt, es los zu werden.

Übrigens nennen Hindus und Buddhisten diese dysfunktionalen automatisierten Gedankenketten schon seit 3000 Jahren  Samsaras: Geistfurchen.

Hier setzt dieMeditation an: Das, was sie in der Gruppe auf´m Hocker sitzend, gelernt haben, nämlich den ständigen Fokuswechsel zum Atem hinzubekommen, genau das wenden sie natürlich jetzt früh im Bett an, sowie sie realisieren, dass negative Gedanken im Anrollen sind.
Wirkt sofort!!!! Nach 10-20 min bewirkt dieser kleine, alles entscheidende Fokuswechsel, dass sich ihre überbordenden Gedankenfluten beruhigen, sie sich entspannen und ….natürlich weiterschlafen!!! Sie können im Bettchen liegen bleiben! Leicht abgewandelt, bekommt also die Meditation eines der quälendsten Depressionssymptome in den Griff. Alle, die sich in Krisenzeiten ab& an in morgendlichen Grübelketten wieder finden, bietet die Technik der Meditation einen gangbaren Ausweg. Und üben sie nicht erst, wenn es akut wird, sondern präventiv! Motto ist  nicht “ viel hilft viel“. Im Hirnstoffwechsel ändert sich nichts, je länger, sondern je regelmäßiger ausreichend lange 
gesessen wird. Um das Hilfs–Programm früh im Bette erfolgreich zu aktivieren, ist natürlich vorher die Konditionierung nötig. Und die praktizieren wir hier in der Gruppe…


Zu den Symptomen Gedankenverlangsamung &Gedankenabbrechen:
Depressive Menschen sind nicht dämlich, sie leiden extrem darunter, dass sie phasenweise keine Sätze zu Ende denken & sprechen können. Es ist ihnen durchaus bewusst, dass etwas anders ist, wenn sie an einem Tag zum x-ten Mal etwas vergessen oder zurück rennen, um etwas zu suchen. Natürlich fällt nicht jeder/jedem sofort ein, sich selbst zu verzeihen und zu akzeptieren oder einfach mal nur verbal (!!!) zu sich zu stehen. Zum Beispiel so: „Sorry, momentan gestörte Reizleitung; das gibt sich…“ oder: „ Wenn du so stresst, werden meine Botenstoffe gar nicht erst gebildet.“ Sich selbst verzeihen ist ein wichtiger Teil dessen, was wir hier tun; ebenfalls: uns in gewaltfreier Kommunikation zu üben. Nicht gleich zu Beginn mit dem von mir sehr verehrten Marshal Rosenberg, aber mit kleinen Übungen. Wenn Sie dann soweit sind, zu sich und Ihrer momentanen Verlangsamung zu stehen und auf Urteile in diese Richtung ganz bei sich bleiben, sich spüren und parieren können: „ In der Ruhe liegt die Kraft!“ oder „ Zum Hetzen hab ich keine Zeit!“, dann sind Sie schon ein ganzes Stück weiter. Dazu in der Selbsthilfegruppe mehr. Und alle, die trotz verlangsamter Gedanken und partieller sprachlicher Total-Ausfälle zu sich stehen und ihren Alltag notgedrungen& mutig (angesichts der grassierenden Beschleunigung auch langsamer) gestalten und damit sicher oft anecken, verdienen vollsten Respekt. Den auszusprechen und anzunehmen üben wir hier in der Gruppe, wenn wir nach jeder Meditation im Kreis zusammenkommen.

Während der Meditation werden im Gehirn - ja, auch in Ihrem!!! - alte, synaptische Verbindungen gekappt, neue Verknüpfungen geschaffen und Wege neu gebahnt. Lesen sie dazu im spannenden Buch „Meditation und Gehirn“ von Hans Hilbrecht die Zusammenfassung wichtiger Erkenntnisse der Hirnforschung.Oder

schmökern sie in Gerald Hüthers „Bedienungsanleitung für ein menschliches Gehirn“: Gelingt mit Hilfe des ewigen Fokuswechsels, den wir hier in der  Meditationsgruppe praktizieren die Entspannung, ist das Gehirn nicht nur in der Lage, neue synaptische Verbindungen zu knüpfen, es produziert auch neue Nervenzellen.


Auch für Gesunde wichtig zu wissen ist, dass bei Stress keine hipppokampale Neurogenese möglich ist, was heißen soll, dass keine neuen Nervenzellen gebildet werden. Auch wenn sie als objektive Betrachter nicht nachvollziehen können, warum jemand bei geringstem Auslöser in Stress verfällt, auch wenn es für sie nur eine kleine alltägliche Aufgabe ist, die bei anderen schon Stress auslöst: An Depression  Erkrankte sind extrem vulnerabel (empfindlich) und fühlen Stress

und die gekoppelte Kortisolausschüttung extrem schnell. Deshalb arbeiten sie ja auch verhaltenstherapeutisch daran. Aber ob nun langfristig hausgemacht oder nicht: das alarmierte Gehirn Depressiver unterscheidet nicht nach objektivem oder gedachtem Stressauslöser: Die Neurogenese (& damit Heilung) bei depressiven Menschen ist herabgesetzt, oft ganz zum Erliegen gekommen. Und das für lange Zeit.

Mittels Atem-Meditation bringt frau/ man die Neurogenese wieder in Schwung. Regelmäßige Meditation regt regelmäßige Neurogenese an.
An Depression Erkrankte erleben sich wieder flüssig denkend – wenn anfangs auch erstmal nur während des Sitzens. Sie erleben sich endlich ohne Einschränkung und als vollwertige Menschen mit normalem, zielvollen Gedankengängen, Plänen & Ideen.

Das und vieles mehr wird durch Meditation möglich. Deshalb ist hier auch der Zeitpunkt, um auf die Gefahren der Meditation hinzuweisen: Die Gedankenströme werden bei ausschließlicher und vor allem zu langer Meditation  nicht nur angeregt und flüssiger, sondern vor allem auch beschleunigt. Sehr wahrscheinlich kennen sie auch  kreative Zeitgenossen, die von einem Geistesblitz zum andern fliegen, oder eine prima Idee nach der andern raus hauen…ohne davon auch nur einen Bruchteil in die Tat umzusetzen. Die Gedanken fliegen und flirren nur so, aber die Menschen dahinter scheinen unverbindlich, schwer fassbar: Gedankenflucht wird bei diesen zur Vermeidungsstrategie, um das Leben vordergründig leichter zu bewältigen. Um diesen Zustand auszuschließen, sind für die Meditation zwei Dinge nötig, der dritte wünschenswert:


1) Sie meditieren so lange in einer Gruppe, die ihnen gutes Feedback gibt, bis sie die Technik verinnerlicht haben.
2) Sie verbinden langfristig die Meditation mit gleichförmiger Bewegung. Ich biete regelmäßig kleine und größere Spaziergänge am Wasser und Wanderungen rund um Köpenick an, in die wir meditatives Laufen einflechten.
3) Sie stehen, trotz Krankheit oder Krise, voll im Leben, haben Freunde oder Partner oder Kinder oder Beruf oder Hobby oder Projekt, also tragfähige Strukturen und zeitliche Rahmen, die sie regelmäßig ausfüllen.

 

So verführerisch es auch ist, die entstandenen Leerräume (Trennung, Krise, Jobverlust) mit Meditation aufzufüllen, so gefährlich kann sich ein Übermaß an Meditation gerade in der Anfangszeit auswirken, wenn der Fokuswechsel vom Kopf in den Körper, vom Verstand ins Gefühl, vom Denken zum Atmen noch nicht sofort abrufbar ist. Statt Entspannung und Stressfreiheit geben sie sich dann mit angenehmer aber nicht gemeinter Gedankenbeschleunigung oder Tagträumen zufrieden. Meditation wirkt. Dieser knappe Satz ist leicht zu überlesen… Entscheiden sie auch, wen sie auf Ihrem meditativen Weg einweihen wollen, damit sie ehrliches feedback über ihre Fortschritte bekommen. Akzeptieren sie, wenn ihre Partnerin, ihr Partner oder Freunde den Weg nicht so nahe mit begleiten wollen oder können. Vielleicht hat es für diese eine Funktion, dass sie so bleiben, wie sie sind. Bestehen Ängste oder Vorurteile, bringen sie ihre Lieben zu einer kostenlosen Schnupperstunde mit: ich beantworte gern alle anstehenden Fragen. Wichtig :   es gibt keine dummen Fragen. Ich freue mich über jede Frage, die hilft die Meditation unters Volk zu bringen und immer weiter zu verbreiten. Die Meditationsgruppe hier erfüllt ihre Wünsche nach Austausch auf Augenhöhe und ehrlichem, weil unbefangenem feedback ebenfalls und kann ihnen eine zeitlang angemessener Wegbegleiter sein.


Zu den Symptomen Grübelketten; automatisiertes negatives Denken; katastrophisierendes Denken:
Bei an Depression Erkrankten richten sich Gedanken, Gefühle und daraus folgende Handlungsimpulse nicht nach außen und wach (Wachheit ist ein Teil von gesunder, nicht gewalttätiger Aggression) in die die Tat, sondern wie schon beschrieben, nach innen in Selbstblockade und Autoaggression. Zum Beispiel durch unbewusste Selbstabwertung. Wie ist das zu erkennen? Viele Erkrankte beschreiben sich als friedliebend und pazifistisch, weisen Aggressionen weit von sich. Sie, die ungern  jemanden beschuldigen, anklagen oder bestrafen, staunen regelmäßig, wenn ihnen bewusst wird, wie gewalttätig sie mit sich selbst umgehen, wie sie sich selbst ständig anklagen, beschuldigen, abwerten& überfordern –und das völlig unbewusst, wie nebenbei.

Denken sie nur mal daran, was sie innerlich zu sich sagen, wenn ihnen in kurzer Zeit ein Fehler zum 2. oder 3. Mal passiert…
Wenn sie auf ihre Familie blicken, stellen sie vielleicht fest, dass ein Großteil der Kommunikation aus Schuldzuweisungen, Vorwürfen, Anklagen und Abwertungen besteht und ihnen, ganz unabhängig vom Inhalt des Gesagten, nicht gut tut. Obwohl sie so nicht kommunizieren wollen, und sich in ihrem persönlichen Leben durch Job, Studium, Reisen, Kinder weit vom Kommunikationsstil ihrer Herkunftsfamilie entfernt haben, bemerken sie  in Stressphasen , dass Sie- fast gegen ihren Willen- in diese alten, destruktiven Kommunikationsmuster fallen und Ihnen oft noch kein angemessener Ausdruck zur Verfügung steht. Hier benötigen Sie nicht nur viel Geduld und Liebe zu sich selbst, sondern fundiertes Wissen. Mit Achtsamkeit, Respekt und Humor kommen wir in der Selbsthilfegruppe unseren Selbstabwertern und Saboteuren auf die Schliche.
Diese familieninternen, negativen Kommunikationsmuster sind viele Generationen lang benutzt und dadurch im Gehirn gebahnt worden. Bahnen, dieses Wort benutzen Hirnforscher, Sozio -und Psychologen, um zu beschreiben, wie jeder Gedanke, jede Gedankenfolge, jede Denkeinheit spezifische Spuren im Gehirn hinterlässt. Jeder Gedanke lässt sich als Erregungsmuster zwischen den Nervenzellen darstellen. Hier ist der Vergleich mit einer Autobahn doppelt passend: Viele gleiche Gedanken, (besonders gern gekoppelt an ein bestimmtes oft unbewusstes Grundgefühl) erzeugen bestimmte, sich hochschaukelnde/ größer werdende Erregungsmuster zwischen den Nervenzellen, bahnen dadurch bestimmte, individuelle Erregungswege. Je öfter und mehr gleichartige Gedanken, desto breiter die Datenautobahnen. Neuartige, ungewohnte Gedankengänge, die sich durchsetzen wollen, wären, um in unserem Autobahnbild zu bleiben, wie neugebaute Abzweige, die sie erstmals benutzen wollen. Mehrmals fahren sie an der richtigen Stelle vorbei bis es klappt; anfangs können sie auch nichts wiederholen, weil sie- im Sog der Fahrzeugkolonne gefangen und verärgert-, auch gleich noch die nächste Ausfahrt übersehen.

Achtsamkeit ist nötig, um den nächsten freien Abzweig zu erwischen und auf eine neue Bahn zu kommen… Und Achtsamkeit kultivieren wir hier beim Meditieren in der Gruppe. Anfangs erscheint unser Ziel, Gedankenkontrolle zu erlangen, gerade freiheitsliebenden Geistern sehr fragwürdig. Deshalb verwenden wir in der Gruppe viel Zeit darauf, den in akuter Depression üblichen eingeengten Gedankengängen auf die Schliche zu kommen, uns dieser bewusst zu werden. Zum Beispiel, indem wir diese, bevor wir ruhig weiteratmen, benennen. Kennen sie zum Beispiel schon ihre Generalistin? Das ist die, die angesichts der zweiten verkippten Kaffeetasse diese Woche überzeugt ist: " I M M E R passiert mir das !!!" Oder besitzen sie ein umgepoltes Trüffelschwein? Haben viele. Es ist die Stimme, die, wenn endlich mal alles flutscht und sich ganz zauberhaft und optimal entwickelt solange sucht, gräbt und buddelt, bis sich doch noch etwas Unerfreuliches findet, was die ganze Sache trübt. Denn soviel Glück auf einmal kann ja wohl nicht sein...

Es lohnt sich, all unsere inneren Stimmen, wie zum Beispiel die der Perfektionistin, den Antreiber oder den Ausbremser kennen zu lernen. Mit jeder dieser Stimmen machen wir uns vertraut und heißen sie willkommen,  wenn sie in der Meditation auftauchen, und uns bewusster werden.

Erst, wenn wir Schicht für Schicht unser ganzes inneres Team kennenlernen wie die schützenden Schalen einer Zwiebel, erst, wenn wir es sodann 

wertschätzen, statt zu bekämpfen oder zu verdrängen, werden wir empfänglich für „Neuzugänge“: neue Töne, neue Gedanken und Gefühle, kreative Ideen.

Wir nehmen Kontakt mit unserem Wesenskern auf, würden Esoteriker dazu sagen. Der Zen-Mönch gibt ein Paradox dazu: In der Gedankenstille hören wir unsere innere Stimme. Meine Qi-Gong-Lehrerin ist - wie ich ebenfalls- der Überzeugung, dass wir unserem höheren Selbst wie von selbst begegnen, wenn wir uns in Meditation auf eine ursprüngliche und langsamere Frequenz der guten, alten Mutter Erde einschwingen, die unsere Ahnen noch kannten, und deren Wiederentdeckung für uns heilsam ist. Unsere authentische entspannte Atmung bei Meditation ist immer ein Vielfaches dieser Erdschwingung. Hören sie dazu mal auf youtunbe in den Vortrag von Quantenphysiker Dr. Hartmut Müller rein: Global scaling: die Melodie des Universums. 


Bemühen wir zum Ende  einen materialistischen Hirn-Forscher mit einer Zusammenfassung: Jeder Charakterkopf hat also ein einzigartig verschaltetes Gehirn in Abhängigkeit von seinen gedachten Gedanken, die wieder seine spezifische Auseinandersetzung mit der Umwelt darstellen. Der Gehirnaufbau ist abhängig davon, wofür es bisher gebraucht wurde. Und zwar nicht nur von uns, den Besitzern, sondern auch von unseren Vorfahren. Bei Depressionen geht man von bis zu einem Drittel genetischer Ursachen aus. Wir wissen und spüren es alle, dass sich mit der kulturellen Evolution, also der Weitergabe aller Erfahrungen & allen kollektiven Wissens auch so manches Unnötige, Überholte, Überlebte in unsere Generation hinübergerettet hat. So starben wohl unsere Vorfahren, aber ihre negativen Gedankenmuster und destruktiven inneren Bilder, die sie an uns weitergaben, bleiben so lange lebendig, wie wir Menschen sie unbewusst in uns wach halten. Machen wir uns daran, das zu ändern. Nutzen wir die Technik der Meditation, um bewusst auszusteigen. Wie unser Fingerabdruck einzigartig ist, ist auch unser Gehirn in einzigartiger, nur unseren Lebensweg widerspiegelnden Art verschaltet. Erkunden wir „beim Sitzen“ diese alten Verschaltungen. Wenn es uns gelingt, in der Stille zur Entspannung zu gelangen, werden automatisch alte Verknüpfungen aufgelöst und neue geschaltet. Neurowissenschaftler sprechen von Neuroplastizität und meinen damit die Formbarkeit und Modellierbarkeit unserer Nervenzellen nicht nur in Kindheit und Jugend, sondern ein ganzes Leben lang.

Praktizieren wir das in Meditation!!!

Literaturempfehlungen:
Ulrich Ott: Meditation für Skeptiker 
Heinz Hilbrecht: Meditation und Gehirn 
Pro.Dr.rer.nat.Dr.med.habil.Gerald Hüthers Grundlagenwerke:
1.Die Macht der inneren Bilder 
2.Bedienungsanleitung für ein menschliches Gehirn 
Vaitl/Petermann: Handbuch für Entspannungsverfahren